Ein verblüffend häufiger Fehler, den ich immer wieder beobachte, ist die Annahme, dass umfangreiche Nährstofftabellen und das perfekte Auswendiglernen von Bedarfswerten automatisch
zu einer besseren Beratung führen. Das Gegenteil ist oft der Fall—die eigentlichen Probleme beginnen dort, wo die Theorie endet. Wer schon einmal erlebt hat, wie ein Patient mit
multiplen Allergien vor einem steht und das Lehrbuchwissen plötzlich an seine Grenzen gerät, weiß, was ich meine. Und dann? Genau an dieser Stelle zeigt sich, ob man nur Fakten
anhäufen oder echtes Verständnis anwenden kann. Es reicht eben nicht, theoretisch zu wissen, wie viel Eisen ein Erwachsener braucht, wenn die Lebensrealität und die Essgewohnheiten
alles andere als lehrbuchmäßig sind. Viele Ernährungsfachkräfte unterschätzen das—und geraten dann ins Schwimmen bei ganz banalen Alltagsfragen. Mir fällt dabei immer wieder auf,
wie selten die Unterscheidung zwischen deklarativem und prozeduralem Wissen thematisiert wird. Wobei: Wer einmal mit einem Diabetiker einen Einkaufszettel gemeinsam geschrieben hat,
versteht, warum das so relevant ist. Besonders profitieren von unserem Ansatz Fachkräfte im Gesundheitswesen, die tagtäglich mit echten Menschen arbeiten—Ernährungsberater,
Pflegekräfte, Hebammen, aber auch Köche in Kliniken oder Kitas. Die klassische Ausbildung bleibt oft an der Oberfläche, was die Übertragung von Wissen in komplexe Alltagssituationen
angeht. Gerade hier entsteht der Mehrwert, wenn man sich traut, jenseits des Gewöhnlichen zu denken. Ist es nicht seltsam, dass viele traditionell ausgebildete Berater zwar alle
Vitamine benennen können, aber bei der Frage „Wie setze ich das konkret bei diesem Patienten um?“ hilflos werden? Die Rückmeldungen, die wir aus der Praxis erhalten, bestätigen
immer wieder: Es sind nicht die großen Theorien, sondern der souveräne Umgang mit Unsicherheit und das Gespür für Machbarkeit, die zählen. Wir sprechen dabei oft von
„Handlungsintelligenz“ – ein Begriff, der selten in alten Curricula auftaucht, aber im echten Berufsalltag entscheidend ist. Und das ist vielleicht der Kern: Unser Ansatz bringt
Menschen dazu, nicht nur gesünder zu reden, sondern gesundheitskompetent zu handeln.
Gleich am Anfang stolpert man über diesen kleinen Test, der irgendwie mehr verunsichert als vorbereitet – als würde jemand plötzlich das Licht ausknipsen und fragen, was auf dem
Tisch liegt. Die App übernimmt dann das Kommando: Sie schickt jeden Montag ein neues Thema aufs Handy, unaufgefordert, fast schon ein wenig fordernd. Ich erinnere mich an die zweite
Woche: Da musste ich plötzlich mein Frühstück fotografieren, völlig ungeschönt, und ein wildfremder Coach schrieb ein paar ziemlich direkte Kommentare dazu. Ehrlich, das war
seltsam, aber irgendwie auch lehrreich. Zwischendrin gibt es immer wieder kleine Quizfragen, die einen auf dem falschen Fuß erwischen – so eine Frage nach der Ballaststoffmenge in
einer Schale Linsensuppe, mitten am Abend, wenn man eigentlich schon abschalten will. Die eigentliche Magie passiert, wenn man merkt, dass man unbewusst beginnt, Zutaten zu
vergleichen und sich beim Einkaufen ertappt, wie man plötzlich die Rückseite der Müslipackung studiert. Die wöchentliche Reflexion, die man in die App tippen soll, fühlt sich
manchmal wie ein Tagebuch an, das niemand liest. Und manchmal streikt das Handy genau dann, wenn man seinen Fortschritt speichern will.